Was ist die Zuckerkrankheit?


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Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei der die Konzentration des Blutzuckers (Traubenzucker = Glukose) erhöht ist. Ursache ist ein Mangel an dem Stoffwechselhormon Insulin, das von den sogenannten Inselzellen (auch Beta- Zellen) der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet wird.
Insulin, bestehend aus 51 miteinander verbundenen Aminosäuren,  bewirkt die Aufnahme von Glukose aus dem Blut in jede Körperzelle. Fehlt dem Körper
Insulin (
Hormone), sammelt sich Zucker im Blut an und führt zu lebensgefährlichen akuten Symptomen (Koma, Schock) und zu schwerwiegenden Spätschäden.


Warnzeichen


Bei einem unerkannten Diabetes kann es zu Beschwerden kommen, die als typische Folgeerscheinungen charakteristisch sind. Allerdings müssen diese Beschwerden nicht immer auftreten. Das ist individuell sehr unterschiedlich. Bei Typ-1 Diabetes sind die Beschwerden oft deutlicher ausgeprägt, als bei Typ-2 Diabetes. Manchmal zeigen sich sogar gar keine dieser Beschwerden, obwohl der Betroffene zuckerkrank ist.

Krankheitsbild


Die Typ-2-Diabetes kann dem Betroffenen oft jahrelang verborgen bleiben. Häufig führen z.B. Stresszustände, Infektionen, Operationen zur Entgleisung der Zuckerregulation. Erstes auffallendes Krankheitszeichen ist meist ein starker Durst (Polydipsie) in Kombination mit häufigem Wasserlassen (Polyurie), gelegentlich tritt Heißhunger auf. Leistungsschwäche, Infektionen der Haut mit Pilzen oder eiterbildenden Bakterien (Pyodermie) oder auch wiederholte Entzündungen der Harnwege können weitere Frühzeichen sein.
Nicht selten wird die Zuckerkrankheit aber erst bei Auftreten der mannigfaltigen Spätschäden an Herz, Nerven, Auge, Niere und Fuß (siehe auch Auswirkungen) diagnostiziert. Einige Betroffene führen auch Potenzprobleme zum Arzt.
Akute Krankheitszeichen treten sowohl bei starker Unterzuckerung (Hypoglykämie) als auch bei starker Überzuckerung (Hyperglykämie) des Blutes auf. Der sogenannte hypoglykämische Schock und das hyperglykämische Koma können lebensbedrohlich sein. Mit dem Diabetes mellitus vergesellschaftet ist oft ein erhöhter Blutdruck und Störungen des Fettstoffwechsels. Die Kombination dieser drei Erkrankungen wirkt sich besonders ungünstig auf die Gefässe und das Herz-Kreislauf-System aus. Es kommt u.a. häufig zu Herzinfarkten und Schlaganfällen. Diese Erkrankungen sind es, die hauptsächlich für die geringere Lebenserwartung der Diabetiker verantwortlich sind.
Das Krankheitsbild des Typ-1-Diabetikers unterscheidet sich in vielen Punkten vom Typ-2-Diabetes. Beispielsweise wird beim Typ-1-Diabetes im Gegensatz zum Typ-2-Diabetes neben Erschöpfungszuständen auch eine Gewichtsabnahme der Patienten beobachtet. Am Typ-1-Diabetes erkranken vornehmlich Kinder und Jugendliche.
 

Auswirkungen


Der Diabetes mellitus führt unbehandelt zu schwerwiegenden akuten und chronischen Symptomen. Bei frühzeitiger und genauer Einstellung der Blutzuckerwerte kann die Gefahr für die meisten Spätschäden aber erheblich verringert werden.
Die typische Folgen der Zuckerkrankheit gehen auf krankhafte Langzeitveränderungen des Gefässystems zurück. Die Schädigung kleiner und großer Adern (Arteriosklerose) führt im gesamten Organismus zu einer Verschlechterung der Durchblutung. Die bekanntesten Spätschäden sind:
An Fuß/Bein:
Der „diabetische Fuß" ist eine kombinierte Stoffwechselstörung. Eine schlechte Wundheilung in Verbindung mit einer geschwächten Immunabwehr und Gefühllosigkeit führt schon nach kleinen Verletzungen oder Druckstellen (z.B. durch schlecht sitzendes Schuhwerk) zu schlecht heilenden Wunden (diabetische Gangrän).  Von den Wunden können Infektionen ausgehen, die sich manchmal auch medikamentös nicht beherrschen lassen. Leider wird sehr häufig die Amputation der Zehen, des Fußes oder des Unterschenkels notwendig. Daher ist die sorgfältige Beobachtung der Füsse und die fachgerechte Fußpflege unabdingbar.
Am Auge:
Netzhautschäden des Auges (diabetische Retinopathie) mit der möglichen Folge der Erblindung. Regelmässige Kontrollen des Augenhintergrunds werden Diabetikern daher dringend empfohlen.
An der Niere:
Nierenschäden (diabetischen Nephropathie) mit der möglichen Folge des Nierenversagens (Niereninsuffizienz) und der Notwendigkeit der Blutwäsche (Dialyse). Erstes Zeichen: Die Ausscheidung von Eiweiß im Urin (Mikroalbuminurie) Auch Verengungen der Blutgefäße, die zur Niere führen (Nierenarterienstenose) kommen vor und können zum nierenbedingten (renalen) Bluthochdruck führen.
Am Nervensystem:
Die diabetische Polyneuropathie ist eine Erkrankung der Nerven, die sich meist zuerst an Fuß und Unterschenkel als Störung des Empfindungsfähigkeit (Sensibilitätsstörung) zeigt. Sie ist meist mit einer gesteigerten Schmerzwahrnehmung (Hyperalgesie) verbunden. Betrifft die Nervenschädigung auch die autonomen Nerven (autonome Neuropathie) kann es zu einer Reihe weiterer Symptome, z. B. im Herz-Kreislauf-Bereich kommen.
An Herz und Gehirn:
Da die Zuckerkrankheit alle Gefässe in Mitleidenschaft zieht, sind auch die Kranzgefässe des Herzens (Koronarien) und die großen Schlagadern wie z.B. die Halsschlagadern von der Arteriosklerose betroffen. Die Folgen sind ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall. Die verminderte Lebenserwartung der Patienten geht meist auf die höhere Sterblichkeit an Spätschäden und Komplikationen zurück. Deren Vorbeugung und angemessene Behandlung ist für den Diabetiker von höchster Wichtigkeit.  

Die wesentlichen Auswirkungen auf den Alltag bestehen in der Notwendigkeit, Nahrungsmittelmenge und -zusammensetzung (Kohlenhydrate) genau zu kontrollieren und die Diabetes-Medikamente daran anzupassen. Hierzu wird die Nahrung in Broteinheiten (BE) umgerechnet.
Daneben muss besonders den gefährlichen Folgen der krankhaften Gefässveränderungen entgegengewirkt werden. Diabetes ist hierzulande die häufigste Ursache für Amputationen. Diabetiker erleiden häufiger Herzinfarkte und Schlaganfälle; nicht selten kommt es zur Erblindung.
Bei gesunder Lebensführung und guter Behandlung kann der Diabetiker heutzutage ein weitgehend normales Leben führen. Auch eine Schwangerschaft ist &endash; abgesehen von häufigeren Ärztlichen Kontrollen und penibler Einstellung des Blutzuckers &endash; meist unproblematisch. 



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